Nr. Autor Jahr Titel
925 Sandro, Fritsche 2018 Spracheinstellungen zu Dialekt und Standardsprache. Entstehung und Entwicklung von Einstellungen zur Standardsprache in der deutschsprachigen Schweiz.

instellungen werden in der Soziolinguistik als entscheidender Erklärungsparameter für den Status, die Funktion und den Gebrauch einer Sprachvarietät betrachtet. Die kognitive Basis zur Entwicklung von Einstellungen bildet hierbei das Sprachdifferenzbewusstsein.

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde untersucht, ob Deutschschweizer Vorschulkinder zur Unterscheidung zwischen lokalem Dialekt und der Standardvarietät fähig sind und welche Einstellungstendenzen sich im Bezug auf die beiden Sprachvarietäten zeigen. Die Methodik zur Datenerhebung wurde von Kaiser, Ender & Kasberger (im Druck) übernommen und inhaltlich auf die Dialektumgebung in der Schweiz angepasst. Es wurden Diskriminationsaufgaben mit ABX-Items und Präferenzaufgaben in Anlehnung an das matched guise Verfahren eingesetzt. Die Erhebungsstichprobe setzt sich aus monolingual aufwachsenden dialektsprechenden Probandinnen und Probanden im Alter zwischen 5;11 und 7;2 Jahren zusammen (n=17).

Die Ergebnisse deuten insgesamt darauf hin, dass Kinder der untersuchten Altersstufe bereits zuverlässig zwischen den beiden Sprachvarietäten unterscheiden können und somit die kognitive Voraussetzung zur Entwicklung von Einstellungen mitbringen. Im Vorschulalter zeichnen sich allerdings sowohl gemäss der Theorie als auch der Ergebnisse der vorliegenden Arbeit noch keine stabilen Bewertungsmuster ab.

Schlüsselwörter: Diglossie – Einstellungen – Standardvarietät –Dialekt – Sprachdifferenzbewusstsein

« zurück