Editorial


Geschätzte Leserin, geschätzter Leser, liebe Kollegin, lieber Kollege,

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser, liebe Kollegin, lieber Kollege, Die vorliegende Ausgabe der logopädieschweiz beinhaltet selbstverständlich wieder einige Fachartikel. Zwei davon präsentieren digitale Neuerungen im Kontext von logopädischer Therapie. Passend dazu befindet sich eine Sammlung von App-Vorschlägen unter der Rubrik «Materialien». Mich erstaunt es immer wieder, in welchem Affenzahn diese Entwicklung fortschreitet und mit welcher Selbstverständlichkeit Kinder den Umgang mit den technischen Endgeräten erlernen. Der dritte Fachartikel beschäftigt sich mit Evidenzbasierter Praxis, die ebenfalls möglichst selbstverständlich in der Ausbildung von logopädischen Fachpersonen verankert sein sollte.

Ist Selbstverständlichkeit etwas Gutes oder etwas Schlechtes? Ist die Digitalisierung etwas Gutes oder etwas Schlechtes? Ist die Evidenzbasierung etwas Gutes oder etwas Schlechtes?

Das Leben ist kein Ponyhof. Man muss sich mit vielen gegensätzlichen Annahmen und Ansichten auseinandersetzen – da beisst die Maus keinen Faden ab. Aber solange man sich keinen Bären aufbinden lässt und nicht alles unhinterfragt annimmt, läuft man auch nicht Gefahr, die Katze im Sack zu kaufen. Manchmal muss man vielleicht aber auch einfach mal die Kröte schlucken und eine neue Entwicklung annehmen, wenn man die Kuh vom Eis holen will. Manchmal kräht nämlich auch kein Hahn danach, was man selbst für eine Position vertritt, auch wenn man findet, dass das, was man so sieht und hört, auf keine Kuhhaut geht. Am Ende muss doch jeder selbst für sich entscheiden, ob er bei dem Affentheater mitmacht oder nicht.

Und falls Sie jetzt glauben, ich hätte den Vogel völlig abgeschossen oder mich zu lange im Zoo aufgehalten, nehmen Sie es mir bitte nicht übel – manchmal gehen die Pferde mit mir durch. Nein, mir ist nur das Buch «Mit Affenzahn über die Eselsbrücke» von Matthias Heine in die Hände gefallen und hat mich sogleich inspiriert, dieses Editorial nicht ganz ernstzunehmend zu verfassen. Falls Sie sich für die Herkunft der tierischen Metaphern interessieren, werden Sie dort sicher fündig werden.

Wenn man dem Wetterfrosch Glauben schenken will, dann können Sie sich, nachdem man zuletzt keinen Hund vor die Tür gejagt hat, bald endlich auch mal wieder in der Sonne aalen. Jedenfalls wünsche ich Ihnen einen tierisch schönen Sommer und viel Spass bei der Lektüre der (ernsthafteren) Inhalte dieser Ausgabe.

... und falls Sie wissen wollen, wer sich an der diesjährigen SAL-Tagung ins Haifischbecken wagt, dann finden Sie das Tagungsprogramm erstmalig am Anfang der Rubrik «Weiterbildungen». 

Herzlich
Mirja Bohnert-Kraus, Redaktorin