Grundlagen und Diagnostik bei Mehrsprachigkeit

Seminar des CAS «Mehrsprachige Kinder und Jugendliche in der Logopädie», Modul «DIAGNOSTIK»

 

Grundlagen des multilingualen Spracherwerbs – Seminartag 1

Im Seminar werden Studien zum mehrsprachigen Spracherwerb (v.a. DaZ) und dessen Besonderheiten sowie zu Ausprägungen möglicher Sprachentwicklungsstörungen vorgestellt. Die Eigenschaften der typischen Herkunftssprachen in der Schweiz lebender fremdsprachiger Kinder werden thematisiert.

 

Diagnostik von Aussprachestörungen bei mehrsprachigen Kindern – Seminartag 2

An diesem Seminartag wird auf die Komplexität der Diagnostik bei mehrsprachig aufwachsenden Kindern eingegangen. Es wird der Frage nachgegangen, ob bei einem Kind eine Aussprachestörung vorliegt, die behandelt werden muss. Zudem werden das diagnostische Vorgehen, Hilfsmittel und mögliche therapeutische /beratende Schritte besprochen.

 

Entwicklungspsychologische und testbasierte Diagnostik – Seminartag 3

Bei ein- und mehrsprachigen Kindern eignen sich sowohl freie Kommunikationssituationen als auch Testsituationen, um die kindlichen Sprachkompetenzen zu erfassen und zu beurteilen. In der Weiterbildung wird aufgezeigt, wie in diesen Settings mehrsprachige Kompetenzen miteinbezogen und berücksichtigt werden müssen. 
 

INHALT

Grundlagen des multilingualen Spracherwerbs – Seminartag 1

Weltweit stellen mehrsprachig aufwachsende Kinder den Regelfall und nicht die Ausnahme dar. Auch in (eher) monolingual deutschsprachigen Regionen haben ca. ein Drittel der Kinder eine mehrsprachige Biografie. So sind auch Logopädinnen und Logopäden zunehmend für mehrsprachig aufwachsende Kinder verantwortlich. Um diagnostische und therapeutische Entscheidungen begründet treffen zu können, braucht es Fachwissen zum regelhaften mehrsprachigen Spracherwerb, zu dessen Besonderheiten und zu Ausprägungen von Sprachstörungen bei mehrsprachigen Kindern. Um das entsprechende Wissen zu erlangen, sollen relevante Studien vorgestellt werden. Im Vordergrund stehen hierbei der Erwerb von Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und die Eigenschaften der typischen Herkunftssprachen in der Schweiz lebender Kinder mit Migrationshintergrund.

Im Vordergrund steht die Erarbeitung von aktuellen und/oder zentralen Forschungsergebnissen. Bezüge zur Praxis sind durch die aktive Beteiligung der Teilnehmenden jederzeit möglich.

 

Diagnostik von Aussprachestörungen bei mehrsprachigen Kindern – Seminartag 2

Im Gegensatz dazu, dass eine Sprachentwicklungsstörung immer in beiden Sprachen vorliegen muss, haben Studien dargelegt, dass eine Aussprachestörung sowohl in beiden Sprachen, aber auch in nur einer Sprache auftreten kann - jedoch nicht notwendigerweise mit gleichen Symptomen. Dies hat vermutlich mit den unterschiedlichen zu erwerbenden phonologischen Systemen zu tun. Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, können aber auch Prozesse zeigen, die sowohl für die eine, als auch für die andere Sprache monolingualer Kinder untypisch sind, aber eventuell typisch für die spezifische Sprachkombination des jeweiligen Kindes sein können. Gerade sukzessiv bilingual aufwachsende Kinder zeigen zum Teil auch Prozesse in einem Alter, in dem diese für monolinguale Kinder als verzögert zu werten wären. Damit ist es für Logopäden und Logopädinnen nicht leicht zu entscheiden, ob bei einem bilingual aufwachsenden Kind eine altersgemäße, verzögerte oder pathologische Entwicklung vorliegt.

 

Entwicklungspsychologische und testbasierte Diagnostik – Seminartag 3

Kinder verhalten sich je nach Situation sprachlich meistens unterschiedlich: in freien Spiel- und Kommunikationssituationen öffnen sie sich eher, oder sie fühlen sich in vorstrukturierten Situationen wohler und äussern sich dort mehr. Das Ziel, die bestmöglichen Sprachkompetenzen des Kindes zu erfassen, kann deshalb am besten in einer Kombination der zwei Settings erreicht werden, wenn das Alter dies zulässt. Bei mehrsprachigen Kindern gilt es, in Spielsituationen ihren kulturell oft anders geprägten Hintergrund mit einzubeziehen. In Testsituationen wiederum muss vor allem qualitativ bewertet werden, da Normierungen nicht verwendet werden können.

An diesem Tag wird aufgezeigt, welche Aspekte in den zwei diagnostischen Settings mit mehrsprachigen Kindern berücksichtigt werden sollten, um eine verlässliche Beurteilung der gesamtsprachlichen Kompetenzen der Kinder zu erhalten.

REFERIERENDE

Dr. Christoph Till, PH Bern

Annette Fox-Boyer PhD, Logopädin, Universität zu Lübeck

Judith Häusermann, lic. phil., dipl. Logpädin, Wettingen

BESONDERES

Dieses Seminar ist Teil des Moduls «DIAGNOSTIK» aus dem CAS "Mehrsprachige Kinder und Jugendliche in der Logopädie". Es ist unabhängig vom CAS buchbar. CAS Teilnehmende haben Vorrang. Einzelne Tage können auf Anfrage gebucht werden. Bitte bei der Anmeldung unter Bemerkungen vermerken.

TERMINE

Freitag, 19. November 2021, 09.00 bis 16.15 Uhr (Seminartag 1)
Samstag, 20. November 2021, 09.00 bis 16.15 Uhr (Seminartag 2)
Samstag, 11. Dezember 2021, 09.00 bis 16.15 Uhr (Seminartag 3)

ANMELDUNG / KOSTEN
  • CHF 1'040.00 / SAL-Einzelmitglieder CHF 960.00

  • Kirchgemeindehaus Neumünster, Seefeldstrasse 91, 8008 Zürich

  • Natalie Guthauser, natalie.guthauser@shlr.ch, Tel. +41 (0)58 459 22 80

  • Annina Ziltener, annina.ziltener@shlr.ch, Tel. +41 (0)58 459 22 80

  • Online oder mit Anmeldeformular bis 27. September 2021

INFORMATION UND KONTAKT



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