Bachelorarbeiten 2019



Bei den kindlichen Dysphagien handelt es sich um ein komplexes Störungsbild, das in seiner Häufigkeit zugenommen und deshalb für die Logopädie an Bedeutung gewonnen hat. Dabei stellt sich die Frage nach einem oder dem geeigneten Vorgehen in der Therapie. Diese literaturorientierte Arbeit soll klären, welche Therapiekonzepte für die Behandlung von kindlichen Dysphagien aktuell vorliegen und bei welcher Grunderkrankung, Altersgruppe und Störung der Schluckphase sich fünf häufig genannte Therapiekonzepte einsetzen lassen. Das Fundament der Arbeit stellt eine theoretische Auseinandersetzung mit der kindlichen Schluckentwicklung und dem Störungsbild der kindlichen Dysphagie dar. Darauf aufbauend werden die aktuell vorliegenden Therapiekonzepte aufgezeigt und ausgewählte Therapiekonzepte analysiert und miteinander verglichen. Für die Therapie von kindlichen Dysphagien liessen sich insgesamt fünfzehn verschiedene Therapiekonzepte finden. Im anschliessenden Vergleich von fünf Therapiekonzepten konnte unter anderem gezeigt werden, dass sich keines der Konzepte uneingeschränkt bei allen Grunderkrankungen anwenden lässt und die Therapie des Facio-Oralen Trakts, das Castillo Morales-Konzept und die Neuromotorische Kontrolle in jeder Altersstufe eingesetzt werden können. Aussagekräftige Wirksamkeitsnachweise für die Therapiekonzepte bei kindlichen Dysphagien stehen zurzeit aus.  

 

Schlüsselwörter: Schluckentwicklung – Kindliche Dysphagie – Therapiekonzepte

 

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Das Ziel dieser produktorientierten Bachelorarbeit ist die Erstellung einer Broschüre mit Reflexions- und Handlungsimpulsen, welche die logopädischen Fachpersonen in der LRS-Therapie unterstützen. Sie sollen dadurch einen konstruktiven Umgang mit der Frustration der Kinder finden können. Die in der Literatur gefundenen und an die LRS-Therapie adaptierten Reflexions- und Handlungsimpulse basieren auf den drei psychologischen Themenbereichen der Attributionstheorie, der Bezugsnorm-Orientierung sowie der operanten Konditionierung. 

Die Übungen wurden während drei Wochen von sechs logopädischen Fachpersonen getestet und anschliessend mittels eines Fragebogens evaluiert. Von den drei Reflexionsimpulsen wurden für zwei eine Empfehlung für die Anwendung in der Therapie abgegeben, während bei den Handlungsimpulsen sechs von sieben Übungen gut abschnitten. Hervorgehoben werden können die Aufgaben zur Bezugsnorm-Orientierung, da sie die meisten positiven Rückmeldungen erhielten. Die Impulse wurden insgesamt als sinnvoll, praxisnah und durchführbar evaluiert.  

 

Schlüsselwörter: Lese-Rechtschreibstörung – Frustra­tion – Attribution – Bezugsnorm-Orientierung – operante Konditionierung   

 

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Aufgrund mangelnder Studien bezüglich des Grammatikerwerbs alemannischer Kinder wurde im Rahmen der vorliegenden Bachelorarbeit der standarddeutsche und alemannische Grammatikerwerb auf Gemeinsamkeiten und Differenzen mittels eines selbst zusammengestellten Kategoriensystems untersucht. Die Untersuchung basiert auf spontanen Sprachdaten von monolingual aufwachsenden Kindern aus Deutschland, Vorarlberg und der Schweiz, im Alter zwischen 5;2 und 5;8 Jahren. Als Grundlage für die Untersuchung werden im theoretischen Teil der Arbeit ausgewählte Aspekte der Grammatik im Hinblick auf dialektale Besonderheiten sowie auf den Erwerb zwischen den Varietäten des Deutschen verglichen. 

 

Schlüsselwörter: Morphologie – Syntax – Grammatikerwerb – Varietäten des Deutschen – alemannischer Dialekt – Standarddeutsch – spontane Sprachdaten – Vergleich   

 

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Kinder mit einer submukösen Gaumenspalte können als Teil ihrer Symptomatik Artikulationsstörungen, Rhinophonien, Hörminderungen und Schluckprobleme zeigen. Im Gegensatz zu Lippen-Kiefer-Gaumen­spalten sind submuköse Gaumenspalten jedoch von aussen nicht erkennbar und werden aus diesem Grund häufig erst spät diagnostiziert. Dadurch leiden die betroffenen Kinder oftmals unter Stigmatisierung, im Zuge derer ihnen unter anderem eine verminderte kognitive Leistungsfähigkeit unterstellt wird. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde untersucht, welche Informationen zur Aufklärung über submuköse Gaumenspalten eine Informationsbroschüre für Eltern sowie Berufsgruppen, welche im Bereich der Kinderbetreuung im Vorschulalter arbeiten, beinhalten muss. Ausserdem wurde untersucht, welche Hinweise zur Erkennung einer submukösen Gaumenspalte führen und welches die Gründe für mögliche akustisch auffällige Veränderungen der Resonanzverhältnisse und der Artikulation beim Vorliegen einer submukösen Gaumenspalte sind. Vor diesem Hintergrund wurde anhand der Literaturrecherche eine Informationsbroschüre über submuköse Gaumenspalten für Eltern sowie Berufsgruppen, die im Bereich der Kinderbetreuung im Vorschulalter arbeiten, erstellt. Die Broschüre gibt Auskunft über die Klinik, Symptomatik, Epidemiologie, Ätiologie, Diagnostik, Therapie und weiterführende Beratungsstellen. Die Broschüre wurde von Fachpersonen mithilfe eines Fragebogens evaluiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Mehrheit der Probanden die Broschüre in ihrem Umfang rasch verständlich, umfassend und informativ fand und dass sie die Broschüre Nicht-Fachpersonen weiterempfehlen würde. 

 

Schlüsselwörter: Submuköse Gaumenspalten – orofaziale Spaltfehlbildungen – Sprachentwicklungsstörungen – Rhinophonien – velopharyngeale Insuffizienz  

 

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Dass eine Fachperson jeweils beide Sprachen der betroffenen Person auf muttersprachlichem Niveau beherrscht, entspricht nicht der Realität. Daher wäre eine Auswirkung von der behandelten Sprache auf die unbehandelte Sprache wünschenswert. 

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob durch eine gezielte deutsche Aphasietherapie auch positive linguistische Effekte in der nichtbehandelten italienischen Sprache erzielt werden können. Hierzu wurden die sprachlichen Leistungen eines Patienten in einem italienischen Prä- und Posttest mit dem «Bilingual Aphasia Test» gemessen und ausgewertet. Dazwischen wurde, während einer sechswöchigen deutschen Sprachtherapie, intensiv an der Wortfindung und der Verbesserung der exekutiven Funktionen gearbeitet. Die Ergebnisse weisen auf einen positiven «crosslinguistischen Transfer» auf die italienische Sprache hin. Für die therapeutische Arbeit bedeutet dies, dass nicht zwingend eine ressourcenaufwändige bilinguale Therapie durchgeführt werden muss. Bei deutsch-italienischsprachig aufwachsenden Patienten und Patientinnen dürfte eine monolinguale Therapie keinen Nachteil für die Mehrsprachigkeit darstellen und somit vorläufig mit bestem Gewissen stattfinden. 

 

Schlüsselwörter: crosslinguistischer Transfer - Bilingualität - Mehrsprachigkeit - Aphasie - Therapie - Wortfindung – Exekutivfunktion 

 

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In dieser produktorientierten Bachelorarbeit wurde ein Therapieprogramm zur stimmlichen Rehabilitation von Sängern mit funktionellen Dysphonien erstellt. Das Therapieprogramm «Reset Your Voice» enthält 14 Übungseinheiten, die vor dem theoretischen Hintergrund der Akzentmethode nach Smith (Thyme-Frøkjær & Frøkjær-Jensen 2014) und der Primal Sounds nach Chapman (2012) kreiert wurden. Jede Übungseinheit besteht aus einer Kopiervorlage mit Übungen für den Patienten, einer Seite mit Hinweisen für die behandelnde Fachperson sowie einem ­Demonstrationsvideo. Das Therapieprogramm wurde durch 13 in der stimmlichen Rehabilitation arbeitende Fachpersonen erprobt und evaluiert. Die Produktbewertung und die Beurteilung der Praktikabilität von «Reset Your Voice» fielen positiv bis sehr positiv aus. 

 

Schlüsselwörter:  Stimmliche Rehabilitation – Sänger – funktionelle Dysphonie – Akzentmethode – Primal Sounds – Therapieprogramm 

 

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Schriftspracherwerbsstörungen sind in der Logopädie häufig vorzufindende Störungsbilder. Besonders im Bereich der Fördermöglichkeiten in den frühen Stadien des Schriftspracherwerbes fällt auf, dass verschiedenste FachautorInnen für den Einsatz von Lautgebärden in der Therapie von Lese-Rechtschreibstörungen (LRS) plädieren. Die empirieorientierte Bachelorarbeit untersucht die Häufigkeit des Einsatzes von Lautgebärden in der Therapie von Lese-Rechtschreibstörungen (LRS) bei Unter- und MittelstufenschülerInnen in der Ostschweiz. Basierend auf Erkenntnissen der Literatur wurde ein Online-Fragebogen entwickelt, welcher von 97 LogopädInnen ausgefüllt wurde. Im Rahmen der Datenanalyse wurden absolute und relative Häufigkeiten für sämtliche Antworten berechnet. Die Hypothese, dass lediglich eine geringe Zahl von LogopädInnen Lautgebärden in der LRS-Therapie anwenden, konnte durch die Ergebnisse dieser retrospektiven Querschnittsstudie falsifiziert werden. Lautgebärden werden von 35% der im Regel- und Sprachheilschulbereich tätigen LogopädInnen in der Therapie von LRS eingesetzt. Die zweite Hypothese, dass Lautgebärden bei LRS an Sprachheilschulen häufiger als an Regelschulen eingesetzt werden, wurde bestätigt. Die Erhebung konnte ausserdem zeigen, dass zu ca. 60 % Lautgebärdensysteme verwendet werden, welche sich an der Lautbildung orientieren und lediglich zu ca. 10 % Lautgebärden eingesetzt werden, welche sich an der Graphemform orientieren. Die Fachliteratur und die aktuelle Erhebung lassen vermuten, dass der Einsatz von Lautgebärden in der LRS-Therapie effektiv ist. Daher wird für weitere Untersuchungen plädiert. 

 

Schlüsselwörter: Lese-Rechtschreibstörung (LRS) – Lautgebärden – Therapie – Ostschweiz – Regel- und Sprachheilschulbereich

 

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